Und plötzlich war er da. Der Tag vor dem ich mich schon lange gefürchtet hatte. Ich bin alleinerziehend. Wobei, zu dem Zeitpunkt dachte ich noch, „dass wir das gemeinsam machen“. Ach ja, diese Naivität. Vor 2 Wochen war mein Vater nach schwerer Krankheit gestorben. Ein langer schrecklich mit zu begleitender Weg, der ganz klar auf ein grausames Ende hingesteuert hat. Dieses Ende ist nun blöderweise mit dem Beginn meines neuen Jobs kollidiert. Ein Job im sozialen Sektor, in der Kinderbetreuung. Der ein oder die andere würde jetzt denken: naja die werden doch Verständnis für einen Ausfall in so einer Situation haben (ich habe meinen Vater zwei Tage bei seiner letzten Reise begleitet). Aber weit gefehlt. Zwei Tage nachdem mein Vater gestorben war, hatte ich die Kündigung im Briefkasten. Und nun zwei Wochen später sind wir dann bei der gerade erwähnten Situation. Hört sich wie eine übertriebene Seifenoper an. Ist aber leider in dem Moment meine Realität gewesen. Meine Gedanken Rasen, mein Puls auch. Wer gewinnt das Rennen? Bekomme ich das überhaupt noch mit? Oder bin ich schon im Dilirium? Ich muss ausziehen, ich muss mir eine neue Wohnung suchen. Alleinerziehend, ohne Job mit einem Kind und 2 Hunden. Hört sich vielversprechend an oder? Ich muss mich arbeitslos melden, und ich muss trauern. Wann soll ich nur trauern, wenn ich ab jetzt mein Kleinkind komplett allein betreuen soll? Ach ja, ohne Fremdbetreuung. Die haben wir nämlich gerade nicht. Das ist nochmal Stoff für einen anderen Beitrag. Wie bekomme ich einen neuen Job, wenn ich keine Betreuung für mein Kind habe? Wie soll ich überhaupt arbeiten gehen können? Was mache ich mit meiner Tochter? Wie schaffe ich das alles nur? Wie soll es nur weitergehen?
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