Autor: Marie

  • Tun, oder nicht tun. Das ist hier die Frage

    Ich lese Bücher und Artikel. Schaue Videos, mache Listen und…. nichts passiert… Ich komme einfach nicht ins Tun. Ich bin blockiert, ich habe Angst. Ich habe Angst davor nicht gut genug zu sein. Habe Angst nicht angenommen zu werden. Habe Angst missverstanden zu werden. Und das frustriert mich. Ich drehe mich im Kreis zwischen, ich möchte, sollte, könnte und mache es dann doch nicht. Dadurch fühle ich mich wieder schlecht und bestätigt in meinen Ängsten. Ich kann es nicht, ich bin nicht gut genug um es zu schaffen. Das zieht mich noch mehr runter. Es ist ein Teufelskreis. Ich muss ihn durchbrechen. Ich werde ihn durchbrechen. Ich durchbrechen ihn gerade mit diesem Text. Ich komme ins Tun. Ich tue!

  • Zeit

    Spulen wir 11 Monate vor. Hier sitze ich mit meiner Tochter im Arm. Ich bin immer noch auf der Suche. Auf der Suche nach einem Ort wo ich bleiben möchte. Nach einer Arbeit die sich mit Kleinkind ohne Betreuung vereinbaren lässt. Man könnte auf den ersten Blick meinen, ich wäre immernoch an der selben Stelle wie damals. Das bin ich aber nicht. Nicht in mir drin. In mir ist etwas Ruhe eingekehrt. Ich habe viel Zeit gebraucht um meine Gefühle zu sortieren. Um sie zu identifizieren, sie zu fühlen und sie in Frieden wieder gehen zu lassen. Langsam kristallisiert sich etwas heraus. Etwas, das auf die Zukunft ausgerichtet ist. Nicht mehr auf die Vergangenheit. Wie will ich leben? Wo will ich leben? Mit wem will ich leben? Wie möchte ich meine Zeit verbringen? Was möchte ich für mein Kind? Es ist an der Zeit ins Tun zu kommen. Entscheidungen zu treffen. Denn das gutbürgerliche Lebensmodell ist keines für mich. Ich habe diese Klarheit ich brauche, ich möchte etwas anderes. Ich habe Angst. Angst die falschen Entscheidungen zu treffen. Angst zu scheitern. Und ich bin voller Mut. Mut zur Veränderung. Mut etwas Neues zu beginnen. Mut mir selbst und meinen Vorstellungen vom Leben treu zu sein und sie zu leben.

  • Tag X

    Und plötzlich war er da. Der Tag vor dem ich mich schon lange gefürchtet hatte. Ich bin alleinerziehend. Wobei, zu dem Zeitpunkt dachte ich noch, „dass wir das gemeinsam machen“. Ach ja, diese Naivität. Vor 2 Wochen war mein Vater nach schwerer Krankheit gestorben. Ein langer schrecklich mit zu begleitender Weg, der ganz klar auf ein grausames Ende hingesteuert hat. Dieses Ende ist nun blöderweise mit dem Beginn meines neuen Jobs kollidiert. Ein Job im sozialen Sektor, in der Kinderbetreuung. Der ein oder die andere würde jetzt denken: naja die werden doch Verständnis für einen Ausfall in so einer Situation haben (ich habe meinen Vater zwei Tage bei seiner letzten Reise begleitet). Aber weit gefehlt. Zwei Tage nachdem mein Vater gestorben war, hatte ich die Kündigung im Briefkasten. Und nun zwei Wochen später sind wir dann bei der gerade erwähnten Situation. Hört sich wie eine übertriebene Seifenoper an. Ist aber leider in dem Moment meine Realität gewesen. Meine Gedanken Rasen, mein Puls auch. Wer gewinnt das Rennen? Bekomme ich das überhaupt noch mit? Oder bin ich schon im Dilirium? Ich muss ausziehen, ich muss mir eine neue Wohnung suchen. Alleinerziehend, ohne Job mit einem Kind und 2 Hunden. Hört sich vielversprechend an oder? Ich muss mich arbeitslos melden, und ich muss trauern. Wann soll ich nur trauern, wenn ich ab jetzt mein Kleinkind komplett allein betreuen soll? Ach ja, ohne Fremdbetreuung. Die haben wir nämlich gerade nicht. Das ist nochmal Stoff für einen anderen Beitrag. Wie bekomme ich einen neuen Job, wenn ich keine Betreuung für mein Kind habe? Wie soll ich überhaupt arbeiten gehen können? Was mache ich mit meiner Tochter? Wie schaffe ich das alles nur? Wie soll es nur weitergehen?